Übersicht über die Branchen-Mindestlöhne 2020

Neben dem gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn, der bis zum Jahresende 2020 noch 9,35 Euro beträgt, haben die Tarifpartner (Gewerkschaften und Arbeitgeber) einiger Branchen Vergütungen für ihre Beschäftigten ausgehandelt, die sämtlich höher liegen. Diese Mindestlöhne gelten für alle Betriebe der jeweiligen Branche, und zwar auch für solche, die nicht dem Tarifverbund angehören. Es gibt teilweise aber noch Unterschiede bei der Entlohnung zwischen den neuen und alten Bundesländern. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die einzelnen Branchen und deren Mindestlohn-Regelungen. Die Anwälte der Rechtsanwaltskanzlei Schäfer & Partner haben sich auf Rechtsfragen zum Thema Mindestlohn spezialisiert und helfen Ihnen bei branchenspezifischen Fragen gerne weiter.

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Branchen mit ausschließlich gesetzlichem Mindestlohn

Die überwiegende Zahl der Branchen bietet zum Teil deutlich mehr als den gesetzlichen Mindestlohn. Lediglich die folgenden vier gehen nicht darüber hinaus. Hier erhalten alle Beschäftigten 9,35 Euro pro Stunde:

  • Fleischindustrie (rund 80.000 Beschäftigte)
  • Land- und Forstwirtschaft sowie Gartenbau
  • Textil- und Bekleidungsindustrie
  • Wäscherei-Dienstleistungsbetriebe mit Objektkundengeschäft

Nehmen Sie Kontakt mit Rechtsanwälte Schäfer & Partner auf. Wir helfen Ihnen professionell und beantworten gerne Ihre Fragen.

Branchen, die über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen

Zahlreiche Branchen haben in ihren Tarifverträgen höhere Mindestlöhne als den gesetzlichen festgeschrieben. Die folgende Auflistung in alphabetischer Reihenfolge enthält die derzeitigen Vergütungen.

Aus- und Weiterbildung:

Im Bereich Aus- und Weiterbildung arbeiten rund 30.000 Menschen. Der bundesweit einheitliche Mindestlohn beträgt 15,26 Euro. Etwas mehr erhalten die Pädagogischen Mitarbeitenden mit 16,19 Euro und die Pädagogischen Mitarbeitenden mit Bachelor-Abschluss mit 16,39 Euro.

Baugewerbe:

Auf dem Bau geht es recht differenziert zu, was den Mindestlohn betrifft. Da wäre zunächst der so genannte Mindestlohn 1 für Hilfsarbeiten, der bundesweit gültig ist und seit April 2020 pro Stunde 12,55 Euro beträgt. Für Facharbeiter/innen ist der Mindestlohn 2 gedacht. Er beläuft sich in den alten Bundesländern auf 15,40 Euro und in Berlin auf 15,25 Euro pro Stunde.

Dachdecker:

Ungelernte Kräfte erhalten mindestens 12,40 Euro, für Gesellen im Dachdeckerhandwerk gibt es 13,60 Euro.

Elektrohandwerk:

Für die Ausführung elektro- und informationstechnischer Arbeiten erhalten alle Beschäftigten in der Elektrobranche 11,90 Euro.

Gebäudereinigung:

In dieser Branche arbeiten rund 700.000 Menschen. Der Mindestlohn für Innen- und Unterhaltsreiniger beträgt 10,80 Euro im Westen und 10,55 Euro im Osten. Glas- und Fassadenreiniger verdienen 14,10 Euro (Westen) bzw. 13,50 Euro (Osten).

Geld- und Wertdienste:

Bei den Beschäftigten in der Geld- und Wertdienstbranche unterscheiden sich die Mindestlöhne von Bundesland zu Bundesland. Darüber hinaus wird zwischen den Tätigkeiten Geldbearbeitung und Geld- und Werttransport unterschieden. Die Spanne liegt in 2020 zwischen 12,16 Euro und 18,00 Euro pro Stunde.

Gerüstbauer:

Alle rund 31.000 Beschäftigten im Gerüstbauerhandwerk erhalten 11,88 Euro.

Maler und Lackierer:

Die letzte Erhöhung für Maler und Lackierer erfolgte im Mai 2020. Ungelernte Arbeitskräfte erhalten 11,10 Euro, Gesellen seitdem im Westen und Osten den gleichen Mindestlohn von 13,50 Euro.

Pflegedienste:

In der Pflegebranche bestehen weiterhin Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern. Im Westen und in Berlin bekommen alle Arbeitnehmer/innen mindestens 11,35 Euro, im Osten 10,85 Euro.

Schornsteinfeger:

Die rund 7.500 Beschäftigten im Schornsteinerfegerhandwerk erhalten bundesweit 13,20 Euro pro Stunde.

Steinmetze und Steinhauer:

Rund 13.200 Steinmetze und Steinhauer gibt es in Deutschland. Sie erhalten seit Mai 2020 einen Mindestlohn von 12,20 Euro.

Gibt es noch offene Fragen zu Ihrer Branche oder möchten Sie eine professionelle Rechtsberatung? Rechtsanwälte Schäfer & Partner stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Durch unsere langjährige Erfahrung und unserer damit einhergehenden Kompetenz können wir Ihnen eine umfassende Rechtsberatung zum Thema Mindestlohn anbieten. Unsere Anwaltskanzlei vertritt sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber.

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Wie geht es weiter? – Ausblick auf 2021

Die Mindestlohnkommission, die zu gleichen Teilen aus Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgebern besteht, wird wahrscheinlich Mitte 2020 eine Empfehlung für eine Neufestsetzung des gesetzlichen Mindestlohns ab dem 1. Januar 2021 aussprechen. Experten gehen davon aus, dass es eine Erhöhung um 50 Cent auf dann 9,85 Euro gibt.

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